Wasserwerke – Aufführung der Jahrgangsstufe 6 und Abschluss ihrer Projektwoche

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Um kurz nach sechs gestern Abend ging es los: in einer sehr beeindruckenden und mitreißenden Aufführung präsentierten die Schüler*innen der Jahrgangstufe 6 im vollbesetzten PZ des Dreikönigsgymnasiums ihre Ergebnisse einer Woche intensiver Arbeit zum Thema Wasser. In diesem Jahre entführten sie ihr Publikum in eine Welt des Strömens und Sprudelns, Gluckerns und Schwappens, Plätschern, Tröpfeln und Rauschens – aber nicht nur, denn die sie verflochten in ihren Beiträgen diese sinnlich erlebbaren und angenehmen Seiten des Wassers mit drängenden Gegenwartsproblemen, die mit Wasser zu tun haben, wie Umweltverschmutzung, Trinkwasserversorgung, Klimaveränderung, Flucht und Migration. Verzauberung und Irritation – beides war erwünscht und so regten die Schüler*innen ihr Publikum immer wieder an, sich selber Gedanken zu machen.

Gleich der erste Beitrag machte deutlich, dass sich die Schüler*innen an den vergangenen vier Tagen nicht nur an der Wasseroberfläche bewegt hatten: interviewt wurde der Manager von Carola Rackete – dargestellt von einem Schüler, der eindrücklich ihre Beweggründe für ihr Engagement auf den Meeren erläuterte. Die Schüler*innen hatten gründlich recherchiert, z.T. auch persönlich Kontakt mit ihren Protagonist*innen aufgenommen. Im Laufe des Abends wurden noch fünf weitere Expert*innen rund ums Wasser interviewt. Ausführlich, differenziert und spannend vorgetragen berichteten diese von ihrem Arbeitsalltag als Hochseefischer, Binnenschiffer, Meeresbiologin, Wasserbauer und Geographin (vom Wassererlebnispark Gymnicher Mühle) und den Herausforderungen, die der Beruf jeweils mit sich bringt.

Weitere Informationen rund ums Thema Wasser präsentierten auch die Moderator*innen, indem sie zwischen den Beiträgen ein kurzes, oft nachdenklich stimmendes Faktum vortrugen, etwa zum Wasserverbrauch bei Fast-Food-Produktion, zur Etymologie des Wortes Wasser oder zum Weltwassertag am 22. März jeden Jahres. Darüber hinaus führten die Moderator*innen das Publikum sicher durch den Abend, kündigten die Beiträge an und befragten die Schüler*innen zu ihren Erfahrungen, die sie an den Projekttagen und in ihrem Projekt gemacht hatten.

Den Tänzerinnen konnte man geradezu ansehen, wie viel Freude sie in den vergangenen Tagen hatten. Sie zeigten in beeindruckender Weise, wie man sich tänzerisch mit dem Thema Wasser auseinandersetzen kann: einzelne Soli waren perfekt in abwechslungsreiche und interessante Schrittfolgen integriert und das Fließende der Musik wurde durch raffinierte Bewegungsabfolgen hervorgehoben und verdeutlicht – auf diese Weise entstanden nicht nur zwei mitreißende, von tänzerischer Eleganz geprägte Darbietungen, sondern es wurde auch immer wieder der Bezug zum Thema hergestellt.

Danach ging es an den Strand. Junge Mädchen genossen die Sonne und diskutierten, ob sie nun im Meer schwimmen sollten oder nicht, weil es zu dreckig sei. Sie ließen das Publikum stimmgewaltig Anteil haben an ihren Überlegungen nahmen es mit auf eine Unterwasserreise, die sie in die Wüste brachte, wo ein König das Wasser den Menschen vorenthielt und seine strenge Bevollmächtigte die Menschen demütigte. Doch mit Schlauheit und Witz und Unterstützern vor Ort gelang es den Mädchen, das Wasser wieder zum Sprudeln zu bringen. Gerettet. Spannende Handlung – natürlich von den Schülerinnen und Schüler selbst geschrieben und selbstbewusst und ausdrucksstark auf die Bühne gebracht: Sprechweise, Bewegung im Raum, Gestik, Mimik, Zusammenspiel. Perfekt. Eine beeindruckende Leistung der acht Sechsklässler.

Und zwischen den einzelnen Beiträgen immer wieder: Rap – und zwar vom feinsten. Die Schüler präsentierten zu zweit oder zu dritt auf der Bühne selbstgetextete Raps begleitet von coolen Beats vom Band, die es inhaltlich und rhythmisch in sich hatten – alles solistisch vorgetragen, selbstverständlich auswendig und in einer Weise, als machten die Schüler nichts anderes und lieber. Das war stark und das kam an. Sehr hörenswert.

Sehenswert hingegen waren die Darbietungen der Schüler*innen, die sich mit Aquarell- und anderen Farben und Materialien dem Thema Wasser genähert haben. Im Foyer der Schule präsentierten sie ihre Bilder und Skizzen und dabei wurde man quasi wellenförmig durch ihre Ausstellung geleitet. Andere Bilder waren fotografiert worden und konnten so großformatig auf die Leinwand projiziert und während der Aufführung gezeigt werden – wunderschöne mit Aquarellfarben gemalte Wasserwesen, manche zart, andere leuchtend bunt, Schneewelten und vieles mehr, unterlegt von einer unaufdringlichen und dahin fließenden Musik. Sehr still wurde es im PZ, als die Schülerinnen und Schüler auf einer großen Leinwand, die auf der Bühne aufgestellt war, gemeinsam und im Rahmen eines festgelegten Ablaufs durch unterschiedliche Vorgehensweisen der Farbauftragung und Weiterverarbeitung vor den Augen des Publikums spontan und selbstbestimmt ein ausdrucksstarkes Bild zum Thema Wasser entstehen ließen. Am Ende der Performance wurden die Worte STILLE und WASSER sichtbar. Das Publikum war fasziniert und applaudierte entsprechend.

Sodann trugen Schüler*innen eigene Textproduktionen vor: fantasievolle und irisierende Gedichte, Sprachspiele und Erzählungen von zauberhaft poesievoll bis unheimlich gefährlich und jedes in seiner eigenen Sprache, in seinem eigenen Ton. Es ging um Fische im Aquarium. Wie sie aussehen, was sie denken, wer sie sind, was sie sich wünschen. Um Träume und Ängste. Um das Leben. Die Schüler*innen zogen das Publikum in ihren Bann, weckten Emotionen und Assoziationen, berührten das Publikum – nicht nur, weil sie so gut vortrugen. Nachlesen kann man die Beiträge übrigens unter https://virtualaqua.water.blog.

Es folgte eine rasante und perfekt organisierte Quizshow, in der ausgewählte Kandidat*innen knifflige Fragen – natürlich – rund ums Wasser zu lösen hatten. Wie im Original mussten die Schülerinnen und Schüler aufs richtige Feld 1, 2 oder 3 springen und die Erklärung wurde per selbstgedrehter Videobotschaft geliefert. Anspruchsvolle Fragen und eine Riesengaudi. Eine Stichfrage war nötig, um den Gewinner zu bestimmen.

Wieder ruhiger weiter ging es mit einem beeindruckenden Stop-motion-Film. Die Schüler*innen lenkten mit ihrem Film den Blick auf die Schönheit des Meeres, auf die Wesen, die darin leben, und die Schiffe, die es befahren, aber auch auf die Bedrohung, die das Meer für die Menschen und die Menschen für das Meer darstellt. In arbeitsintensiver Kleinarbeit malten sie Wasserwesen, Fische und Fantasiewesen, Schiffe und vieles mehr und erstellten vor dem Hintergrund unterschiedlich blauer Meereswellen aus hunderten von ihnen inszenierten Einzelbildern einen wunderschönen und tiefsinnigen Videoclip unterlegt mit Musik von Philip Glass.

Zum Abschluss des Abends wurde das Publikum auf eine Floßtour auf den Rhein vom Bodensee bis nach Köln mitgenommen. Immer wieder passierte den Kindern auf dem Floß Unvorhergesehenes und sie drohten zu kentern – sei es durch fette Tanker, am Loreley-Felsen oder am Drachenfels. Eine verrückte Geschichte, die sich die Schüler*innen ausgedacht und aus der sie ein spannendes und vielschichtiges Hörspiel produziert hatten. Natürlich kenterte das Floß am Schluss doch noch und die Kinder landeten im Rhein – passender Übergang zum Song „Dat Wasser vun Kölle es jot“. Wie in jedem Jahr waren am Ende wieder alle Schüler*innen auf der Bühne und sangen gemeinsam diesen Köln-Klassiker – zuletzt auch mit Unterstützung des Publikums. Einen besseren Abschluss kann man sich nicht wünschen. Das Publikum war begeistert und belohnte alle Beteiligten mit lautem und anhaltendem Applaus.

Vielen Dank allen, die zum Gelingen der Projektwoche der Jahrgangstufe 6 und der Aufführung beigetragen und unseren Schülerinnen und Schülern auf diese Weise ermöglicht haben, einmal ganz andere (Lebens-)Erfahrungen zu machen: den Lehrer*innen des Dreikönigsgymnasiums, die in den Projektgruppen mit den Schülerinnen und Schülern eine Woche lang intensiv gearbeitet haben, die Vertretungen oder andere Dienste übernommen haben, ferner Makke Schneider (Schauspiel) und Liam Schäfer (Rap), dem Technikteam, das wieder einmal mit bewundernswerter Ruhe und immer im richtigen Moment Mikros, Abspielgerät, Leinwand, Licht und Ton steuerte, und allen, die sich mit den Schüler*innen über das Projekt gefreut und sie auf diese Weise bestärkt haben.

Bettina Hinterthür